In diesem Artikel möchten wir einflussreiche zeitgenössische Neurowissenschaftler würdigen, die die Entwicklung der Verhaltensforschung maßgeblich geprägt haben. Sie alle zeichnen sich durch ihre einzigartigen Perspektiven und Beiträge in ihrem jeweiligen Fachgebiet aus. Wir sind der Meinung, dass sie für alle, die sich für Verhaltenswissenschaften begeistern, wichtige Namen sind, die man kennen sollte.
Die Namen sind hier alphabetisch nach Nachnamen geordnet.
Lisa Feldman-Barrett:

Dr. Feldman-Barrett ist eine weltbekannte Neurowissenschaftlerin an der Northeastern University. Sie ist bekannt für ihre Theorie der konstruierten Emotionen. Im Gegensatz zu gängigen Theorien über angeborene und universelle Emotionen, die die Gemeinsamkeiten im emotionalen Ausdruck aller menschlichen Kulturen betonen, hebt Dr. Feldman-Barretts Theorie die Unterschiede in den Emotionen verschiedener Kulturen und die Einfluss von Umweltfaktoren hervor.
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David Chalmers:

Dr. Chalmers ist ein Star unter den Kognitionswissenschaftlern und Philosophen. Er ist buchstäblich auch ein Rockstar, da er eine Band namens „Zombie Blues“ hat. Wissenswertes: Der Name der Band spielt auf den Begriff des „philosophischen Zombies“ an. Philosophische Zombies werden oft in Gedankenexperimenten verwendet, um sich bewusstlose Wesen vorzustellen, die sich genauso verhalten wie Menschen und von bewussten Menschen nicht zu unterscheiden sind. Dieser Begriff wird verwendet, um das „schwierige Problem des Bewusstseins“ zu veranschaulichen, für dessen Konzeptualisierung Dr. Chalmers bekannt ist. Das schwierige Problem des Bewusstseins beschreibt die Schwierigkeit, die Funktion subjektiver Erfahrungen zu erklären. Er argumentiert, dass es, wenn wir uns roboterähnliche Zombies vorstellen können, die so programmiert sind, dass sie sich genau wie Menschen verhalten, eine andere, nicht-physische Erklärung für das Bewusstsein geben muss.
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Bonus: Einer seiner Vorträge bei Google Talks:
„Das Meta-Problem des Bewusstseins“
Antonio Damasio

Dr. Damasio ist einer der Pioniere der affektiven Neurowissenschaft. Er wird wohl in jeder wissenschaftlichen Arbeit über menschliche Emotionen zitiert. Seine „Hypothese der somatischen Marker“ wurde bis heute in mehr als dreitausend Arbeiten zitiert. Diese Hypothese besagt, dass die mit Emotionen verbundenen biologischen Prozesse kognitive Prozesse beeinflussen, indem sie das Nervensystem direkt stimulieren. Diese Idee bildet die Grundlage für einen Großteil der mit iMotions durchgeführten Forschung.
Weitere Informationen zu Dr. Damasios Theorien finden Sie hier:
TedTalk
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Adele Diamond

Dr. Diamond ist Expertin für entwicklungsbezogene kognitive Neurowissenschaften. Die Forschung ihres Labors an der University of British Columbia konzentriert sich auf die exekutiven Funktionen bei Kindern und darauf, wie diese durch genetische und umweltbedingte Faktoren beeinflusst werden. Dr. Diamonds Team nutzt die funktionelle Magnetresonanztomographie, um die neuronalen Strukturen der exekutiven Funktionen zu identifizieren, und erhebt zudem sozioökonomische Daten, um zu untersuchen, wie wirtschaftliche Faktoren wie Armut die Entwicklung der exekutiven Funktionen beeinflussen.
Hier ist ein wirklich interessanter TED-Vortrag von Dr. Diamond.
Michael Gazzaniga:

Dr. Gazzaniga gehört zweifellos zu den einflussreichsten kognitiven Neurowissenschaftlern, die je gelebt haben. Er ist 81 Jahre alt, und wir möchten sein hohes Alter und seinen langjährigen Beitrag zur Neurowissenschaft würdigen. Dr. Gazzaniga kann auch als echter Rockstar betrachtet werden, da er eine Band namens „The Amygdaloids“ hat. Dr. Gazzaniga hat unser Verständnis der funktionellen Lateralisation im Gehirn erweitert, das heißt, er hat die unterschiedlichen Funktionen der linken und rechten Gehirnhälfte entdeckt.
Weitere Informationen zu Dr. Gazzaniga finden Sie hier:
Wikipedia
Suzana Herculano-Houzel:

Dr. Herculano-Houzel leistete einen Beitrag zur Neurowissenschaft, indem sie sich darauf spezialisierte, den Zusammenhang zwischen Gehirngröße, Neuronenanzahl und kortikaler Dicke bei verschiedenen Arten zu untersuchen. Ein Großteil ihrer Forschung befasst sich zudem mit der Messung der Intelligenz anhand der grauen Substanz im Gehirn. Dr. Herculano-Houzel führte tatsächlich die erste Studie durch, in der das Volumen der grauen Substanz bei Katzen und Hunden verglichen wurde. Sie stellte fest, dass Hunde deutlich mehr graue Substanz besitzen, was sie als Hinweis auf einen reichhaltigeren inneren mentalen Zustand sowie auf die Fähigkeit interpretiert, zukünftige Ereignisse auf der Grundlage vergangener Lernerfahrungen vorherzusagen. Sie gibt zu, dass sie selbst auch ein Hundefreund ist.
Vorträge & Podcasts: https://www.suzanaherculanohouzel.com/talks-news/
Joseph LeDoux

Dr. LeDoux’ bedeutendster Beitrag ist die Kartierung der neuronalen Schaltkreise, die mit Angst und Furcht in Verbindung stehen. Außerdem hat er dazu beigetragen, eine Unterscheidung zwischen tierischen und menschlichen Emotionen zu etablieren. Durch die Erforschung der Reaktionen des Gehirns auf bedrohliche Reize ermöglichte er die Entwicklung von Expositionstherapien zur Behandlung von Angst- und Furchtstörungen. Wir sind ihm für seine Forschungsarbeit sehr dankbar!
Folgen Sie Joseph LeDoux hier:
Brenda Milner

Dr. Milner ist derzeit 102 Jahre alt und leistet nach wie vor einen Beitrag zu ihrem Fachgebiet, der klinischen Neuropsychologie. Sie gehörte zu den Ersten, die darauf hinwiesen, dass Schädigungen des Gehirns bei neurochirurgischen Eingriffen zu dauerhaften Beeinträchtigungen der kognitiven und emotionalen Prozesse der Patienten führen können. Sie war tatsächlich die Wissenschaftlerin, die die Defizite des berühmtesten Falls der Neurowissenschaften analysierte, bekannt als „H.M.“, der nach einer Gehirnoperation zur Heilung seiner Epilepsie eine schwere anterograde Amnesie (d. h. die Unfähigkeit, neue Erinnerungen zu bilden) entwickelt hatte. Wir sind ihr unbeschreiblich dankbar für ihre Bemühungen, die die Geschichte der Gehirnoperationen geprägt haben.
Ihre Publikationsliste: https://neurotree.org/beta/publications.php?pid=347
Jaak Panksepp

Dr. Panksepp ist ein Pionier der affektiven Neurowissenschaft aus Estland. Er hat sogar den Namen dieser Disziplin geprägt. Er entwarf eine moderne Theorie der Grundemotionen, die auf Erkenntnissen der Gehirnforschung bei verschiedenen Arten basiert. Mithilfe elektrischer Nervenstimulation und Hirnläsionen kartierte er sieben Grundemotionen, die bei Menschen und Tieren gleichermaßen vorkommen. Er bezeichnet diese Grundemotionen als „primäre emotionale Systeme“, von denen vier positiv (Suche, Spiel, Fürsorge, Lust) und drei negativ (Wut, Angst, Traurigkeit) sind.
Mehr über Jaak Panksepp erfahren Sie hier:
Anil Seth

Dr. Seth ist Forscher auf dem Gebiet der Bewusstseinsforschung. Er vertritt die Ansicht, dass Wissenschaftler sich nicht von der „Warum-Frage“ – warum es Bewusstsein gibt – ablenken lassen sollten, sondern sich auf dessen beobachtbare und messbare Eigenschaften konzentrieren sollten. Dies werde uns letztendlich zur „Warum-Frage“ führen, so seine These. Dr. Seth legt großen Wert auf interdisziplinäre Arbeit. In seinem Labor, dem Sackler Centre for Consciousness Science, bringt er Psychiater, Philosophen und VR-Experten mit Neurowissenschaftlern zusammen.
Sein berühmter TED-Vortrag: https://www.ted.com/talks/anil_seth_your_brain_hallucinates_your_conscious_reality#t-119541
Wir hoffen, dass Ihnen diese Liste der 10 einflussreichsten Neurowissenschaftler gefallen hat. Wenn Sie tiefer in die Welt der Verhaltensforschung eintauchen möchten, laden Sie sich doch zunächst unseren kostenlosen Leitfaden unten herunter!
