Vergleiche zwischen Experten und Anfängern in der sportlichen Leistung: vom „Quiet Eye“ bis zur „Zone“

In diesem Artikel wird erörtert, wie Wearables in der Sportleistungsforschung eingesetzt werden, um Unterschiede zwischen erfahrenen Sportlern und Anfängern zu untersuchen und zu quantifizieren. Eye-Tracking ist ein wirksames Wearable zur Messung und zum Training des „Quiet Eye“, doch diese Forschung kann auch durch Kennzahlen ergänzt werden, die sich auf die kognitive Belastung oder den Stress beziehen (wie beispielsweise die Herzfrequenzvariabilität anhand des EKGs).

Vergleiche zwischen Experten und Anfängern in verschiedenen Sportarten befassen sich zunehmend mit der Aufmerksamkeit und stützen sich dabei auf Eye-Tracking

Experten für sportliche Leistung führen Vergleiche zwischen Profis und Anfängern durch, um herauszufinden, was Profis von Amateuren unterscheidet, damit sie Verbesserungspotenziale identifizieren und Strategien entwickeln können, um diese Potenziale zu nutzen. Zwar gibt es viele Unterschiede zwischen Profis und Anfängern (wie beispielsweise Erfahrung und vielleicht auch die körperliche Verfassung), doch wird zunehmend Eye-Tracking eingesetzt, da die visuelle Aufmerksamkeit in vielen Sportarten eng mit der Leistung verbunden ist.

Da wir bewusst steuern können, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, wann und wie lange, können wir lernen, unsere visuelle Aufmerksamkeit (bis zu einem gewissen Grad) zu verändern. Das Verständnis des „ruhigen Auges“, des Gesichtsfeldes, visueller Suchstrategien, der Aufmerksamkeitsverteilung, der Tiefenwahrnehmung, der Antizipationsfähigkeiten und der Reaktionszeit lässt sich mithilfe von Eye-Tracking untersuchen.

Ein Trainer bespricht das laufende Fußballspiel mit einem erfahrenen Spieler am Spielfeldrand in einem Stadion.

Vergleiche zwischen Experten und Anfängern sollten multimodal sein

Die Unterschiede zwischen Experten und Anfängern beschränken sich jedoch nicht nur auf Aufmerksamkeit und Ausführung. Bei der Unterscheidung von Fachkompetenz geht es auch um Wahrnehmung, Entscheidungsfindung und Leistung unter Druck. Hier wird die Sportforschung multimodaler, und unbewusste Verhaltensweisen liefern wertvolle Erkenntnisse darüber, was den Spielern möglicherweise nicht bewusst ist oder was sie in diesem Moment nur schwer kontrollieren können. Diese Methoden helfen Forschern dabei, Phänomene zu verstehen, wie zum Beispiel, was es bedeutet, in den „Flow“ zu kommen, oder welche Faktoren das Auftreten von „Yips“ oder „Twisties“ vorhersagen.

  • Ergänzen Sie das Eye-Tracking durch andere Messmethoden: Dadurch lassen sich weitere Nuancen in den Daten erkennen. Halten die Spieler während oder vor dem „Quiet Eye“ den Atem an oder verändern sie bewusst ihre Atmung? Verändert sich ihre Herzfrequenz?
  • Simulationen, Augmented Reality und Virtual Reality: Diese Technologien finden in der Sportleistungsforschung und im Training zunehmend Verbreitung, da sie es den Spielern ermöglichen, bestimmte Szenarien wiederholt zu durchleben und ihre Entscheidungsfindung zu trainieren. Sie werden auch eingesetzt, um Spieler mental vorzubereiten, indem sie vor großen Turnieren oder Wettkämpfen mit Stadien und Umgebungen vertraut gemacht werden. Darüber hinaus kommen Biofeedback- und Neurofeedback-Tools zum Einsatz, um den Spielern Einblicke in ihre eigenen unbewussten Reaktionen zu vermitteln.
  • Ereignisbezogene Potenziale (ERPs): Das EEG wird eingesetzt, um die Tiefenwahrnehmung in Bewegung zu untersuchen, wodurch Trainer nachvollziehen können, wie sich die Tiefenwahrnehmung in Bewegung bei erfahrenen Spielern unterscheidet. Diese können auch mit den zuvor erwähnten Simulationen und der virtuellen Realität kombiniert werden. Das EEG wird zudem für Neurofeedback in Trainingseinheiten, zur Überwachung von Ermüdung und mentalem Zustand sowie zur Beurteilung der kognitiven Belastung genutzt.
  • Herzfrequenzvariabilität (HRV): Dieser aus dem EKG gewonnene Messwert liefert aussagekräftige Einblicke in den Stresspegel und die kognitive Belastung eines Spielers während des Spiels und vor Wettkämpfen.

Auch wenn Messwerte wie ERP und HRV unbewusste Prozesse widerspiegeln, bedeutet dies nicht, dass Sportler ihre Leistung nicht verbessern können. Vielmehr dienen diese Messwerte dazu, Fortschritte zu verfolgen und zu beurteilen, wie effektiv eine Trainingsstrategie ist. So ist beispielsweise zu erwarten, dass wirksame Entspannungstechniken und Atemübungen die HRV beeinflussen.

Das Verständnis dieser physiologischen Reaktionen liefert wichtige Erkenntnisse für die Optimierung von Trainingsprogrammen und Strategien zur mentalen Vorbereitung. Um mehr über die praktischen Anwendungsmöglichkeiten dieser Erkenntnisse zur Steigerung der sportlichen Leistungsfähigkeit zu erfahren, erfahren Sie, wie Biosensoren das Leistungstraining revolutionieren.

Abschließende Überlegungen: Überlegungen zum Vergleich zwischen Experten und Anfängern

Situationsbezogene Erkenntnisse: Hängt Ihre Messgröße von der Monotonie des Trainings ab oder hält sie der erhöhten Anspannung und dem Druck eines Spieltags stand? Können Sie anhand von Selbstauskünften zu Schlaf und Ernährung feststellen, wie diese Ihre Messwerte beeinflussen?

Berücksichtigen Sie Ihre Kontrollgruppe: Wen bezeichnen Sie als Anfänger? Wenn Sie Profisportler mit Amateuren derselben Sportart vergleichen, stellen Sie sicher, dass die physiologischen Unterschiede nicht auf das Alter zurückzuführen sind. Auch wenn alle Studienteilnehmer sportlich sein mögen, weisen Kinder und Erwachsene eine unterschiedliche Physiologie auf und befinden sich in verschiedenen Entwicklungsphasen.

Halten Sie die Ausgangsbedingungen ein: Es ist außerdem wichtig, die Variablen in der Testumgebung so weit wie möglich einheitlich zu halten. Sie sollten, wenn möglich, nicht an einem kalten Tag Experten testen und an einem warmen Tag Anfänger. Sie sollten auch nicht eine Gruppe am Vormittag und die andere am Nachmittag testen. Auch wenn es unmöglich sein mag, eine identische Versuchsanordnung unter Berücksichtigung aller Variablen nachzubilden, sollten Sie Ihr Studiendesign und dessen Grenzen stets im Blick behalten.


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