Was ist also eine API? Eine API (Application Programming Interface) ist im Wesentlichen eine Schnittstelle, die es einer Software ermöglicht, mit anderer Software zu kommunizieren – und die zudem festlegt, wie diese Kommunikation abläuft. Dadurch kann ein Programmierer Code für eine Software schreiben, der dann bestimmte gewünschte Aktionen ausführt, ohne dass er diese Software von Grund auf neu entwickeln muss.
Ein Beispiel: Denken Sie an eine App, die Sie auf Ihrem Smartphone haben und die die Kamera Ihres Geräts nutzt – die Entwickler der App mussten weder programmieren, wie die Kamera Bilder auf Ihrem Smartphone darstellt, noch Bilder aufnehmen; sie haben einfach eine API genutzt, die auf das bereits vorhandene Framework zugreifen kann.

Im Grunde funktioniert es ähnlich wie eine Steckdose – es handelt sich um eine standardisierte Methode, mit der ein Gerät auf bereits vorhandene Infrastruktur zugreifen und diese nutzen kann. Ihr Föhn benötigt keinen tragbaren Generator, um zu funktionieren; Sie stecken ihn einfach in die Steckdose. Genauso kann ein Entwickler seine Software in bestehende Software „einbinden“.
Eine API stellt im Wesentlichen die Schlüssel und die Anleitung bereit, wie auf andere Software zugegriffen werden kann. Dies ist natürlich vorteilhaft, um den Programmieraufwand für bestimmte Aktionen zu reduzieren – man muss das Rad nicht jedes Mal neu erfinden –, dient aber auch dem Schutz der Software, mit der kommuniziert wird.
Da eine API sicherstellt, dass die von einer Software an eine andere angeforderten Aktionen auf vordefinierte Verhaltensweisen beschränkt sind, verringert sich dadurch das Risiko, dass böswillige Aktionen ausgeführt werden (beispielsweise eine Aufforderung an die Software, Passwörter preiszugeben).
Das alles wird weiter unten noch genauer erläutert, aber zunächst:
Was hat das mit der Erforschung des menschlichen Verhaltens zu tun?
In der heutigen Verhaltensforschung kommt in den allermeisten Fällen Software in irgendeiner Form zum Einsatz. Da eine API die Leistungsfähigkeit von Software verbessern kann, eröffnet das Verständnis dafür, warum und wie dies geschieht, die Möglichkeit, die eingesetzte Software im Kontext der Verhaltensforschung optimal zu nutzen.
Beispielsweise erfasst iMotions nicht automatisch Daten von Geräten, mit denen keine Integration besteht – wie beispielsweise einem Auto oder einem Simulationsgerät. Es kann jedoch Daten, die es von diesen Geräten erhält, über seine API empfangen, darauf antworten und darauf reagieren.
Das bedeutet, dass man beispielsweise messen kann, wie die GSR (galvanische Hautreaktion) einer Person auf bekannte Fahrgeschwindigkeiten reagiert. Oder wie sich die Bewegung eines Simulators mittels Eye-Tracking auf unser Sehverhalten auswirkt. Dies sind nur einige Beispiele, doch die Möglichkeiten sind vielfältig.
Aber wie funktioniert eine API eigentlich?
APIs öffnen eine Schnittstelle zu Software (oder webbasierten Daten) auf eine Weise, die für das Programm kontrolliert und sicher ist. Anschließend kann Code eingegeben werden, der Anfragen an die empfangende Software sendet, woraufhin Daten zurückgegeben werden können.
Ein anschauliches Beispiel hierfür ist die Google Maps-API. Nutzer müssen sich zunächst registrieren, um einen API-Schlüssel zu erhalten – sobald sie diesen haben, kann die Website Informationen aus Google Maps abrufen.
Es gibt eine vordefinierte Liste von Anfragen, die der Nutzer eingeben kann. Im folgenden Beispiel aus Google Maps ist der Ausgangsort links aufgeführt und wird rechts in die URL eingegeben. Sobald diese auf einer Webseite (oder im Webbrowser) eingegeben wurde, kann Google die Anfrage bearbeiten und die gewünschten Werte zurückgeben – in diesem Fall eine Wegbeschreibung von Vancouver nach San Francisco.

Ein weiteres Beispiel für iMotions ist unten dargestellt, in dem die API aktiviert (oder natürlich auch deaktiviert) werden kann. Dies geschieht über eine grafische Benutzeroberfläche (GUI), über die der Benutzer auswählen kann, welches Gerät Informationen senden oder empfangen soll und wohin diese Informationen weitergeleitet oder gespeichert werden sollen.

Die API in iMotions optimal nutzen
Solange Daten digital von einem Gerät gesendet werden können, lassen sie sich höchstwahrscheinlich zusammen mit anderen Datenströmen in iMotions integrieren. Die API ist sowohl programmierungssprachen- als auch geräteunabhängig – solange das Gerät Anfragen senden kann (über UDP oder TCP), kann iMotions die Informationen empfangen.
Sehen Sie sich unser Webinar an: iMotions API: Was ist das und wie können Sie damit Ihre Forschung optimieren?
Dies eröffnet der Erforschung menschlichen Verhaltens eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, da bisher voneinander getrennte Daten aus unterschiedlichen Umgebungen nun auf neue Weise untersucht werden können. Es bietet die Möglichkeit, Situationen, die früher auf das Labor beschränkt waren, nun in der freien Natur zu untersuchen (und umgekehrt).
Mithilfe der API und von iMotions lassen sich verschiedene Aktionen ausführen, von denen einige im Folgenden dargestellt werden.

Daten können aus iMotions weitergeleitet werden, sodass parallel zur Datenerfassung Echtzeitanalysen, benutzerdefinierte Visualisierungen oder andere Prozesse durchgeführt werden können (natürlich abhängig davon, wohin die Daten gesendet werden).
Neben der einfachen Synchronisierung der Daten zwischen verschiedenen Geräten ist es auch möglich, die Daten zum Auslösen von Ereignissen in iMotions zu nutzen und sie sogar an das ursprüngliche Gerät zurückzusenden.
So lassen sich beispielsweise Befehle erstellen, die iMotions anweisen, einen neuen Reiz zu präsentieren, sobald ein bestimmter Gesichtsausdruck gezeigt wurde, eine bestimmte Anzahl von GSR-Spitzen erfasst wurde oder ein Teilnehmer in eine bestimmte Richtung blickt.
Während iMotions auf den nächsten Teil des Experiments reagiert (etwa einen Reiz oder Anweisungen), sendet es gleichzeitig kontinuierlich Informationen an das angeschlossene Gerät (oder die Software) zurück, das bzw. die iMotions dann weitere Anweisungen zur Reaktion geben kann. Mit nur wenig technischem Know-how lässt sich mithilfe von APIs in der Verhaltensforschung eine enorme Flexibilität nutzen.
