Während der Schwangerschaft und in der ersten Zeit als Mutter durchlaufen Frauen körperliche und psychische Veränderungen, darunter auch Veränderungen in der Art und Weise, wie das Gehirn Emotionen verarbeitet – insbesondere im Zusammenhang mit emotionalen Signalen von Säuglingen –, damit Mütter angemessen auf die Bedürfnisse ihres Kindes reagieren können. Was geschieht jedoch, wenn Depressionen und bipolare Störungen bei diesen Interaktionen eine Rolle spielen?
In diesem „Path to Publication“-Webinar berichtet Dr. Anne Juul Bjertrup über ihre Doktor- und Postdoc-Forschung, in der sie psychophysiologische Reaktionen auf die Emotionen von Säuglingen bei Müttern mit Depressionen und bipolarer Störung gemessen hat. Dr. Bjertrup erläutert, wie Biosensoren (Eye-Tracking, GSR und Gesichtsausdrucksanalyse) zu Forschungsergebnissen geführt haben, wonach maladaptive emotionale kognitive Verzerrungen bei der Verarbeitung dieser Signale von Säuglingen mit negativen Folgen für die Säuglinge verbunden sind. Sie spricht auch darüber, wie ihre aktuellen Projekte Biofeedback-Paradigmen nutzen, um Mütter darin zu schulen, ihre Fähigkeit zu verbessern, den Signalen von Säuglingen emotionale Aufmerksamkeit zu schenken und die emotionalen Zustände der Säuglinge sensibel widerzuspiegeln.
Alle Forscher aus verschiedenen Fachbereichen, die daran interessiert sind, Biosensoren zum Erkennen und Trainieren emotionaler kognitiver Prozesse einzusetzen – und zwar nicht nur in der Psychologie –, sollten sich das Webinar ansehen!
Biografie: Dr
. Anne Juul Bjertrup ist Wissenschaftlerin und Psychologin und arbeitet in der Forschungsgruppe „Neurokognition und Emotion bei affektiven Störungen“ (NEAD) an der Universität Kopenhagen. Sie untersucht schwangere Frauen und Mütter mit und ohne affektive Störungen. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf der affektiven Kognition während der Schwangerschaft und Mutterschaft, dem Verständnis des Risikos für postpartale Depressionen sowie dem Verständnis der neurokognitiven Mechanismen, die bei der intergenerationellen Übertragung des Risikos von Müttern mit affektiven Störungen auf ihre Kinder eine Rolle spielen.
Ihre eingehenden Forschungen zum mütterlichen Verhalten und zur generationsübergreifenden Risikoübertragung verdeutlichen, dass fortschrittliche Methoden erforderlich sind, um differenzierte Daten zu erfassen. Für ein tieferes Verständnis dieser komplexen Wechselwirkungen erweist es sich als unschätzbar wertvoll, zu untersuchen, wie Biosensoren neue Einblicke in die Reaktionen von Müttern auf ihre Säuglinge ermöglichen.