Filmtrailer und Emotionen: Die ganze Geschichte

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Entdecken Sie, wie Emotionen eine entscheidende Rolle dabei spielen, die Reaktionen des Publikums auf Filmtrailer zu beeinflussen. Erfahren Sie, wie fortschrittliche KI- und Emotionserkennungstechnologien das Zuschauerengagement analysieren und Filmemachern dabei helfen, fesselnde Trailer zu erstellen, die Vorfreude wecken und den Erfolg an den Kinokassen sichern. Entdecken Sie die wissenschaftlichen Grundlagen des emotionalen Storytellings im Marketing.

Wir wissen, dass Emotionen das Verbraucherverhalten beeinflussen. Bei Filmtrailern ist es entscheidend, die emotionale Bindung der Zuschauer an diese Inhalte zu verstehen, um ein Erlebnis zu schaffen, das den Zuschauer dazu bringt, mehr sehen zu wollen. Die Media-Analytics-Lösung von Affectiva bietet tiefe Einblicke in die ungefilterten und unvoreingenommenen emotionalen Reaktionen der Zuschauer. Dies kann Filmstudios und ihren Partnern dabei helfen, Inhalte so zu verstehen und zu optimieren, dass sie bei der Zielgruppe echte Wirkung erzielen.   

Schauen wir uns anhand eines Trailers zum James-Bond-Blockbuster „No Time to Die“ aus dem Jahr 2020 einmal an, wie das funktioniert.

Einblicke: Emotionale Höhepunkte

In unserer Studie haben wir zahlreiche Aspekte der Reaktion gemessen, darunter auch die Valenz der Zuschauer – also ihre „Netto-Positivität“ gegenüber den Inhalten. Dies wird in der untenstehenden grünen Linie „Moment für Moment“ dargestellt. 

Betrachtet man die Spitzenwerte bei der emotionalen Positivität, so wird deutlich, dass diese auf einigen klassischen Bond-Anspielungen beruhen, wie etwa den Bildern von Abendgarderobe, vor allem aber auf den ikonischen Action-Momenten, in denen die Waffen aus den Scheinwerfern des Aston Martin hervortreten. 

Am Ende des Trailers sorgt die Mischung aus Action und ikonischen Bildern dafür, dass der Zuschauer in Hochstimmung versetzt wird. Der Trailer hat erfolgreich positive Gefühle gegenüber dem Film geweckt.

Filmtrailer – Valence Peaks

Einblicke: Der richtige „kreative Aufhänger“ für Ihr Publikum

Wir können jedoch noch tiefer gehen. Werfen wir also einen weiteren Blick auf die Valenz, diesmal jedoch bei den selbsternannten „Bond-Fans“ (dargestellt durch die blaue Linie) im Vergleich zu allen „anderen Zuschauergruppen“ (dargestellt durch die rosa Linie). Demografische Daten oder Informationen zur Einstellung wie diese können wir in unser Emotion-Analytics-Dashboard einbinden.

Screenshot vom 09.06.2020 um 12:50:49 Uhr

Die Aufmerksamkeit des Zuschauers von Anfang an zu wecken und ihn emotional anzusprechen, ist eine wichtige Voraussetzung für verschiedene Arten von Marketinginhalten. Da die Aufmerksamkeit der Zuschauer sehr begehrt ist, kann es eine echte Herausforderung sein, von Beginn an einen starken emotionalen Nerv zu treffen. In diesem Trailer lässt sich beobachten, dass das Gespräch zwischen James Bond und Madeleine Swann „Bond-Fans“ sofort in seinen Bann zieht, wobei die Valenz bereits nach den ersten Sekunden des Trailers sprunghaft ansteigt (siehe blau markierter Bereich).

Bei „Nicht-Bond-Fans“ ist jedoch bereits nach den ersten Sekunden ein Rückgang der emotionalen Positivität zu beobachten. Daraus lässt sich schließen, dass „Nicht-Bond-Fans“ wahrscheinlich nicht über dieselben fundierten Kenntnisse der Beziehungen zwischen den Figuren verfügen, die im vorherigen Bond-Film entwickelt wurden. Daher werden die Szenen zu Beginn des Trailers von Nicht-Bond-Fans zwar verstanden, jedoch ohne dass sie sich ein klares Bild von der „gesamten Hintergrundgeschichte“ machen können.  

Was bedeutet das?

Wenn die Absicht darin bestand, den Trailer so zu schneiden, dass die Attraktivität der Filmreihe über die Bond-Fans hinaus erweitert wird, bräuchten „Nicht-Bond-Fans“ wahrscheinlich etwas, mit dem sie sich sofort identifizieren können, um sofort positiv darauf zu reagieren. Wenn wir zudem das Tool zur Gesichtsausdrucksanalyse auf Bond selbst anwenden, lassen sich starke negative Emotionen erkennen. Jeder Zuschauer muss die im Trailer gezeigten Emotionen verarbeiten und vollständig in ihren Kontext einordnen.

Screenshot vom 09.06.2020 um 12:51:56 Uhr

Für Content-Ersteller, die ein breites Publikum ansprechen möchten, ist es von entscheidender Bedeutung zu verstehen, wie das Publikum komplexe emotionale Signale verarbeitet. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie multimodale Analysen tiefgreifende Reaktionen des Publikums auf verschiedene Arten von Inhalten – darunter auch hochkarätige Unterhaltungsprogramme – aufzeigen, finden Sie in unserem aktuellen Bericht „And the Winner Is… Eine multimodale Analyse der Publikumsreaktionen auf die Oscar-Nominierten 2025“.

Einblicke in Filmtrailer: Der Kontext ist entscheidend

Eine weitere bemerkenswerte Erkenntnis: Wir haben außerdem festgestellt, dass Zuschauer, die in unserer Umfrage angaben, sich Sorgen wegen des Coronavirus zu machen, eine starke „Augenbrauenhebung“ zeigen, wenn sie am Ende den Titel des Films „No Time to Die“ sehen. Diese emotionale Reaktion deutet darauf hin, dass die Verschiebung des Kinostarts vor der Verhängung umfassender Lockdowns nicht nur aus kommerzieller Sicht, sondern auch im Hinblick auf die potenzielle Attraktivität für das Publikum richtig war. 

Screenshot vom 11.06.2020 um 7:20:09 Uhr

Fazit

Technologien zur Erfassung emotionaler Reaktionen können wertvolle Einblicke in die Reaktionen der Zuschauer auf Unterhaltungsinhalte liefern und ein tiefgreifendes Verständnis dafür vermitteln, wie verschiedene Zielgruppen darauf reagieren. Dies ermöglicht es den Produzenten von Inhalten, ihre Erzählweise anhand großer Zuschauergruppen zu untersuchen und zu optimieren, ohne dass dafür Menschen an einem zentralen Ort versammelt werden müssen.

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