Nach einer Investition des dänischen Innovationsfonds in Höhe von 12,4 Millionen Dänischen Kronen (1,8 Millionen US-Dollar) zeichnen sich neue Behandlungsmethoden für soziale Angststörungen ab. Das Projekt zielt darauf ab, Patienten mithilfe von Virtual Reality und Biosensoren zu behandeln.
Etwa 3,6 % der Weltbevölkerung leiden unter Angstzuständen, was bedeutet, dass weltweit rund 264 Millionen Menschen von einer Behandlung profitieren könnten.
Für Menschen, die unter starker sozialer Angst leiden, kann es schwierig – für manche sogar fast unmöglich – sein, selbst grundlegende Aufgaben zu bewältigen. Mit dem Bus zu fahren, ins Kino zu gehen oder einzukaufen kann wie eine unüberwindbare Herausforderung erscheinen, da in jeder dieser Situationen soziale Bedrohungen wahrgenommen werden. Dies kann deutliche Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen haben und ihre Fähigkeit beeinträchtigen, zu arbeiten, zu studieren oder Beziehungen zu pflegen.
Obwohl es sich hierbei um ein weit verbreitetes und tiefgreifendes Problem handelt, gibt es durchaus Behandlungsmöglichkeiten – doch sind diese oft schwer zugänglich. Es besteht daher ein großer Bedarf an der Entwicklung neuer, leicht zugänglicher Methoden, die den Patienten helfen können, ihre sozialen Ängste zu überwinden.
VR-Expositionstherapie
iMotions und eine Gruppe von Forschern aus Universitäten und Instituten in ganz Dänemark arbeiten gemeinsam daran, diese Herausforderung anzugehen – unter Einsatz der wirksamsten verfügbaren Behandlungsmethode: der Expositionstherapie.

Bei der Expositionstherapie geht es im Wesentlichen darum, dass der Patient Situationen erlebt (sich ihnen aussetzt), in denen er normalerweise eine ängstliche Reaktion zeigt. Durch die Wiederholung dieser Expositionen in einer sicheren und kontrollierten Umgebung kann sich der Patient im Grunde an die Situation gewöhnen und zu anspruchsvolleren Szenarien übergehen. Letztendlich besteht das Ziel darin, einen Punkt zu erreichen, an dem der Patient sich nicht mehr daran gehindert fühlt, die Handlungen auszuführen, vor denen er zuvor Angst hatte.
Das kann jedoch schwierig sein, wenn man es alleine versucht, da man sich dabei immer wieder dazu motivieren muss, eine Reihe von beängstigenden Aufgaben zu bewältigen. Außerdem ist es unpraktisch (ganz zu schweigen von den hohen Kosten), wenn Psychologen in jeder relevanten Situation Expositionstherapiesitzungen durchführen.
Dieses neue Projekt wird daher auf Virtual Reality setzen, wodurch Patienten Situationen trainieren können, denen sie im realen Leben ausweichen würden. Mit Virtual Reality ist es möglich, Menschen Situationen auszusetzen, die sie normalerweise meiden würden, und dies auf völlig sichere Weise, während ihnen gleichzeitig Anleitung und Unterstützung geboten wird.
Biosensoren und Expositionstherapie
Die Forscher werden Biosensoren einsetzen, um die körperlichen Reaktionen der Patienten in der virtuellen Welt zu erfassen. Die Herzfrequenz, die Hautleitfähigkeit und die Augenbewegungen der Patienten werden aufgezeichnet und zur Anpassung der Expositionssitzung herangezogen.

Anhand dieser Messwerte lernt das System, wie der Patient reagiert, und kann dann je nach Schwierigkeitsgrad entscheiden, welcher virtuelle Film dem Patienten gezeigt wird. Der Patient erhält zudem praktische Hinweise zu Atem- und Sprechübungen, um seine Reaktionen während der Exposition zu regulieren.
Diese neue Technologie schafft eine entscheidende Verbindung zwischen der Theorie der Expositionstherapie und ihrer praktischen Umsetzung – sie ermöglicht es den Patienten, Situationen, die fast wie im echten Leben wirken, in einer sicheren und unterstützenden Umgebung zu erleben. „Die Behandlung sozialer Ängste mithilfe von Virtual Reality und der Messung des körperlichen Zustands der Patienten birgt großes Potenzial“, sagt Mia Beck Lichtenstein, Leiterin des Zentrums für Telepsychiatrie in Süddänemark und Leiterin des neuen Projekts.
„Langfristig können ängstliche Patienten die VR-Ausrüstung mit nach Hause nehmen, wodurch die Behandlung persönlicher, flexibler und kostengünstiger gestaltet werden kann.“
An dem Projekt beteiligte Partner:
- iMotions
- Das Zentrum für Telepsychiatrie in der Region Süddänemark
- Abteilung für klinische Forschung, Universität Süddänemark
- Das Maersk-McKinney-Møller-Institut, Universität Süddänemark
- Institut für Psychologie, Universität Süddänemark
- Zentrum für innovative Medizintechnik, Universitätsklinikum Odense
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie iMotions in der medizinischen Forschung und im Gesundheitswesen eingesetzt wird, laden Sie sich unsere Broschüre unten herunter:
