Studierende der Wirtschaftswissenschaften an der Loyola University of Chicago nutzten iMotions, um geschlechtsspezifische Vorurteile bei der Sportübertragung zu untersuchen. Ihre Untersuchung ergab keine physiologischen Unterschiede im Engagement zwischen Basketballspielen der Männer und der Frauen, was darauf hindeutet, dass gesellschaftliche Faktoren die Zuschauerzahlen beeinflussen. Diese praxisnahe Forschungserfahrung bot den Studierenden der Wirtschaftsfakultät wertvolle Einblicke und einzigartige Möglichkeiten.
Inspiriert vom wachsenden Interesse am Frauensport – und dem beliebten Werbespot der französischen Frauenfußballnationalmannschaft zur Weltmeisterschaft 2023 – wollte ein Team von Wirtschaftsstudierenden der Loyola University of Chicago mit Auszeichnung herausfinden, ob Zuschauer den Männersport tatsächlich spannender finden (was die höheren Zuschauerzahlen erklären würde) oder ob möglicherweise andere Faktoren eine Rolle spielen. „Wir dachten, es wäre wirklich interessant zu sehen, ob es einen echten Unterschied im physiologischen Interesse gibt oder ob es sich nur um die Wahrnehmung handelt“, sagte Lauren Pflueger, eines der Teammitglieder, das die Studie für Professor Dinko Bačičs Kurs „Analytical Decision Making“ durchführte.
Ergebnisse studentischer Forschungsarbeiten
In den Umfrageantworten gaben Männer an, Männersportarten zu bevorzugen. Biometrische Daten zeigten jedoch keine Unterschiede hinsichtlich der Aufmerksamkeit oder der physiologischen Reaktionen beim Anschauen von College-Basketballspielen der Männer und der Frauen. Bei den Frauen hingegen wurde keine ausgeprägte Präferenz für das eine oder andere Geschlecht angegeben, und es wurden keine Unterschiede im gemessenen Interesse festgestellt. Auch wenn die Studie noch nicht begutachtet wurde, hat Pfluegers Forschungsarbeit unsere Aufmerksamkeit erregt.

Multimodales Erfahrungslernen
Pflueger berichtete, dass sie die Wahl zwischen verschiedenen Kernfächern mit praktischen Forschungsmöglichkeiten hatte. Auf die Frage, warum sie sich für diesen Kurs entschieden habe, antwortete Pflueger, dass ihr ein Kurs zur Datenvisualisierung, den sie zuvor bei Dr. Bačić besucht hatte, gefallen habe und sie der Meinung sei, dass „das Erheben von Umfragedaten nicht so interessant sei wie das Erheben physiologischer Daten. Vor allem, weil man an einer Wirtschaftshochschule nicht unbedingt die Gelegenheit dazu bekommt.“
Der Kurs „Analytische Entscheidungsfindung“ führte Pflueger und ihre Kommilitonen in biometrische Forschungsmethoden ein, wobei sie iMotions Education nutzten, ein Lehrtool, das Eye-Tracking, Gesichtsausdrucksanalyse und einen Tool zur Erstellung von Umfragen umfasst. „Diese Erfahrungen bereits vor der Arbeit im eigentlichen Labor zu sammeln, hat sehr geholfen.“ Innerhalb weniger Wochen waren die Studierenden in der Lage, selbstständig Studien zu entwerfen, an den Studien ihrer Kommilitonen teilzunehmen und Daten auf ihren eigenen Laptops zu analysieren.
Vom Unterrichtskonzept zur echten Forschung
Pflueger und ihre Gruppe beschlossen, ihre neu erworbenen Forschungskompetenzen zu nutzen, um sich eingehender mit einem aktuellen, spannenden Thema zu befassen: geschlechtsspezifische Vorurteile bei Sportzuschauern. „Unsere Gruppe interessierte sich ohnehin schon für Sport, und dies geschah während des ‚March Madness‘-Turniers der Frauen, das mehr Aufmerksamkeit denn je auf sich zog“, sagte Pflueger.
Pflueger und ihr Team nutzten die bei iMotions Education erworbenen Kenntnisse und setzten iMotions Lab ein, wobei sie selbstausgefüllte Fragebögen mit Eye-Tracking, Mimikanalyse und der galvanischen Hautreaktion (GSR) kombinierten, um tiefere Einblicke in die Aufmerksamkeit, das Engagement und die Begeisterung der Zuschauer zu gewinnen. Da es keinen Unterschied in den physiologischen Reaktionen beim Anschauen von Männer- und Frauenspielen gab, deuten die biometrischen Daten darauf hin, dass die Diskrepanz bei den Zuschauerzahlen eher auf gesellschaftliche Faktoren zurückzuführen ist als auf die tatsächliche Ausübung des Sports durch männliche oder weibliche Athleten.
„Ich fand es wirklich interessant, zu lernen, wie man in einem Labor arbeitet, um Daten zu erheben. Und auch zu erfahren, wie groß die Diskrepanz zwischen Selbstauskünften und der Art und Weise ist, wie biometrische Daten diese Lücke schließen können“, erklärte Pflueger.

Die Forschungserfahrung mit physiologischen Messgrößen im Rahmen eines Bachelor-Studiengangs bot Pflueger und ihren Kommilitonen einzigartige Möglichkeiten. Die Studierenden machten Erfahrungen mit dem IRB-Verfahren (alle sieben Forschungsgruppen erhielten innerhalb eines Semesters die Genehmigung), präsentierten wissenschaftliche Poster auf dem „Loyola Undergraduate Research Symposium“ (einer lokalen Forschungsveranstaltung, an der laut Pflueger BWL-Studierende normalerweise nicht teilnehmen) und sind gerade dabei, ihre Manuskripte für die Einreichung bei wissenschaftlichen Fachzeitschriften fertigzustellen.
Zukünftige Ausrichtung
Was die Zukunft des Kurses angeht, so wird das Honors-Programm derzeit umstrukturiert, und die Absolventen haben einen Brief an den Dekan geschrieben, in dem sie darum bitten, den Kurs beizubehalten.
„Das ist etwas, das die Studierenden von anderen abhebt – und genau das ist ja der Sinn unseres Programms“, erklärte Pflueger. „Die Studierenden erwerben konkrete Fachkenntnisse, die sie in Vorstellungsgesprächen ansprechen oder in Bewerbungen hervorheben können, anstatt nur einen ‚Auszeichnungstitel‘ in ihrem Abschluss zu haben.“
Aktualisierung 2025: Vortrag auf einer Konferenz
Im Jahr 2025 reisten Lauren und ihre Gruppenmitglieder nach Dubrovnik in Kroatien, um auf der NeuroBusiness-Konferenz einen Vortrag zu halten. Ihr Vortrag trug den Titel „Männer halten Frauensport für langweilig – ihre Körper sehen das anders“.