Entdecken Sie das von iMotions betriebene DEPICT LAB an der Technischen Universität Luleå in Schweden
Im DEPICT LAB an der Technischen Universität Luleå haben Dr. Camilla Grane, Professor Bjarne Bergquist und Dr. Peter Törlind zwar drei unterschiedliche Forschungsbereiche, doch ihre Nutzung von iMotions für die Ergonomieforschung verbindet sie zu einem gemeinsamen Labor, in dem sie Ressourcen teilen und schneller veröffentlichen können.
Das Labor ist eine hochmoderne Einrichtung in einem der innovativen Technologiezentren Schwedens, in der Forscher – vom Bachelor-Studenten über Doktoranden bis hin zu Postdoktoranden – einen Rahmen für ihre Forschungsfragen vorfinden – sowie biometrische Forschungsinstrumente, um die Ergebnisse von Experimenten zum menschlichen Verhalten in Echtzeit zu erfassen. Die solide ausgestattete Einrichtung verfügt über Verkehrssimulatoren und sogar über eine komplette Smart-Home-Umgebung, die als Ausbildungswohnung für Pflegekräfte und Therapeuten dient.

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Vor der Einrichtung des Labors hatten alle drei Forscher mit der Synchronisierung von Datenströmen und dem zeitaufwändigen Analyseprozess bei der Erforschung menschlicher Faktoren zu kämpfen, der sich auf Methoden wie die Videoanalyse stützte. Dr. Törlind beschreibt die umständliche Methode, die sie vor der Einführung von iMotions angewandt hatten:
„Früher haben wir dieses ‚Clap‘-System genutzt, um alle Daten zu synchronisieren, und das war ziemlich chaotisch, kompliziert und zeitaufwendig. Früher dauerte die Durchführung einer Studie 30 Minuten und die Auswertung zwei Wochen – das hat natürlich die Art und Weise verändert, wie wir heute forschen.“
Dr. Peter Törlind
Dank des hochmodernen Labors konnte jeder Forscher seine Kompetenzen und Fähigkeiten im Bereich der Human-Factors-Forschung ausbauen. Eine zentrale Plattform, die die von ihnen gewünschten Sensoren synchronisiert, hat den Weg zur Durchführung anspruchsvoller Forschungsarbeiten vereinfacht.
Das Labor ist im Rahmen der iMotions-Plattform mit EEG-, GSR-, EMG-, Eye-Tracking-, Gesichtsausdrucksanalyse-, EKG- sowie PPG-Geräten ausgestattet. Dazu gehören ein hochwertiger 30-Hz-Eye-Tracker und eine Smart-Brille für mobiles Eye-Tracking. Für EEG verfügen sie über ein OpenBCI-Headset sowie den ABM B-Alert X10. Für GSR und EMG verwenden sie Shimmer3-Geräte. Außerdem verfügen sie über ein StimTracker-Gerät für die Synchronisation im Submillisekundenbereich.
„Durch die Kombination von Umfragen oder Interviews mit biometrischen Untersuchungen können wir meiner Meinung nach mehr Vertrauen in die Ergebnisse gewinnen. Wenn man dieses Vertrauen in das hat, was man sagt, fällt es einem leichter, veröffentlicht zu werden und seine Ergebnisse aus der allgemeinen Flut an Informationen herauszuheben – davon bin ich überzeugt.“
Prof. Bjarne Bergquist, Lehrstuhlinhaber, Fachbereich Betriebswirtschaftslehre, Technik und Sozialwissenschaften – Technische Universität Luleå
Die Forscher weisen zudem darauf hin, dass die Einrichtung auch anderen Forschern der Universität zur Verfügung steht, die neue Ideen mit modernsten biometrischen Lösungen erproben möchten. Dies hat die Reichweite des Fachbereichs erweitert, indem es zu mehr interdisziplinärer Arbeit angeregt hat.
Lesen Sie die Porträts von drei Forschern des Labors:

Dr. Peter Törlind beschäftigt sich speziell mit Produktinnovation. Er untersucht, wie Kreativität in Gruppenarbeit und Designteams gefördert werden kann, um neue Ideen zu entwickeln. Früher setzte er Motion Coding ein, doch dies war ein mühsamer und zeitaufwändiger Prozess, der mit schwierigen Synchronisationsversuchen verbunden war.
Nun führt es eine automatische Gesichtsausdrucksanalyse durch und bietet zudem die Möglichkeit, bei Bedarf neue Sensoren wie EEG oder GSR einzubinden.

Dr. Camilla Grane beschäftigt sich damit, wie Menschen mit Maschinen interagieren und wie Technologie auf den Menschen zugeschnitten werden kann. Vor allem im Bereich der Sicherheitsverbesserung für Fahrer und Fahrzeuge war es ihr bisher möglich, menschliche Leistungen wie den Blickwinkel von Personen oder die Art und Weise, wie sie Aufgaben erledigen, als Anzeichen für abgelenktes Fahren zu messen. Es fehlte ihr jedoch eine Möglichkeit, objektive Messgrößen wie die kognitive Belastung zu erfassen, und sie hatte Schwierigkeiten, die Biosensor-Datenströme zu synchronisieren, mit denen sie vor iMotions arbeitete. Diese stammten jeweils von unterschiedlicher Hardware und wurden in Software eingespeist, die nicht miteinander kommunizieren konnte.
Camilla verfügt nun über eine automatische, zeitgesteuerte Lösung, die verschiedene Sensoren wie Eye-Tracking, GSR und EMG integrieren kann. Durch den Einsatz all dieser Sensoren auf einer einzigen Plattform für längere Aufzeichnungen (z. B. 30 Minuten am Stück) ist sie in der Lage, entscheidende Momente im Verhalten der Befragten genau zu analysieren.

Die Arbeit von Professor Bjarne Bergquist befasst sich mit menschlichen Prozessen, insbesondere damit, wie Umgebungen verbessert werden können, um effektivere Ergebnisse zu erzielen. Dazu gehörte unter anderem die Zusammenarbeit mit Zugdisponenten. Er misst, „was passiert, wann es passiert“ und wie sich die Reaktionen von erfahrenen und unerfahrenen Zugdisponenten unterscheiden.
Bjarne ist nun in der Lage, verschiedene biometrische Messverfahren wie GSR, EMG, Eye-Tracking (und möglicherweise sogar EEG) in einem ökologisch validen Umfeld zu integrieren und so Reaktionen aus der realen Welt zu erfassen, die quantifiziert werden können.